Walter Aeschimann 
 
   Historiker    Journalist    Filmer



BERGSPORT

 Im schmelzenden Eis verewigt 

Der Alpinismus ist zusehends zum ökologischen Problem geworden. Dennoch gehört er seit kurzem zum Unesco-Kulturerbe. Wie konnte es so weit kommen? 

WOZ Die Wochenzeitung. 16. 4. 2020


Die blanke Kälte schnuppern. NZZ. 7.3.2020

                                                               Feegletscher, Saas Fee, Februar 2020

 

Chefchaouen – eine Stadt im Rausch. NZZ. 31.1.2020

Chefchaouen, Marokko, Oktober 2019



Coronavirus: Zwischen Orakel und Prognose Infosperber. 3.4.2020

Der Mann, seine Sexualität und der Sport Inforsperber. 22. 3.2020
 

                                                                  Melilla, Marokko. Oktober 2019 Grenzzaun

«No Fotos!

Oktober 2019, Fahrradreise im Norden von Marokko.

Die «Napoléon», in Malaga um 23.20 Uhr mit voller Kraft ausgelaufen, steuerte am frühen morgen den Hafen von Melilla an. Wer sich eine Schlafkabine nicht leisten konnte, brachte die Nacht auf Liegesesseln im Salon zu. Ich installierte mich auf dem Teppichboden neben einer marokkanischen Familie, deren kleiner Bub manchmal weinte. Gegen 5.30 Uhr weckte uns mit fester Stimme eine Frau des Bordpersonals, lockte mit frisch gebrühtem Kaffee und kündigte an, dass wir in 20 Minuten anlegen werden. Vom Deck aus sah man nun die hell beleuchtete Stadt, ein markantes Hochhaus und eine trutzige Burganlage. Ein Schwarm Möwen, die wohl auf ein paar Brosamen hofften, begleitete das wuchtige Schiff der Baleària Ferry Companie, als es präzise im Dock Nummer zwei einfuhr. Ein Schiff der Hafenpolizei war auch präsent.  

https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/No-Fotos

https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/Guter-Kiff-aus-den-Bergen

https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/Kommen-Sie-ich-zeige-Ihnen-mein-Haus

                                                        Melilla, Marokko. Oktober 2019




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Psychotherapie in der Schweiz. Vom Ringen um die Anerkennung eines Berufsstandes. 

Walter Aeschimann. Zürich 2019. 120 Seiten.


Am 3. März 1979 trafen sich im Fürstenzimmer des Bahnhofbuffets Basel rund 50 Psycho- therapeut*innen aus der ganzen Schweiz.2 Sie waren von nationalen und kantonalen Verbänden und von Instituten verschiedener psychotherapeutischer Schulen delegiert worden und kamen mit der Idee, einen nationalen Verband zu gründen. Das Treffen begann um 10.00 Uhr und endete um 15.09 Uhr.3 Die Beteiligten arbeiteten in  Stun- den sechs Traktanden ab. Die Diskussionen waren kontrovers, die Meinungen in keinem Punkt geeint.  (...)




 

Dianabol Wie die Medizin in den Olympischen Sport gekommen ist

Um die Erfindung des Wirkstoffs Metandienon ranken sich Gerüchte. Weitverbreitet ist eine feel good story aus dem Kalten Krieg: Der US-Arzt John Ziegler soll nach langen Tüfteleien 1955 den Wirkstoff erstmals synthetisiert und die Rechte 1956 an die Ciba AG in Basel verkauft haben. Die mir zur Verfügung gestellten Akten enthalten keine entsprechenden Belege. Es scheint mir aber ziemlich unwahrscheinlich, dass Ziegler den Wirkstoff als Erster synthetisierte. Als offizielle Erfinder teilen sich Chemiker aus den Laboratorien der Ciba Pharmaceutics Schweiz AG die Rechte. Sie gehörten zu jenem Team, das 1955 zuerst die Synthese von Metandienon im Wissenschaftsjournal Helvetica Chimica Acta skizzierte und als Erfinder des Patents in den USA aufgelistetist. Bei den Ciba-Wissenschaftlern handelte es sich nicht um Leichtgewichte: Albert Wettstein arbeitete seit 1931 eng mit dem Team um Ruzicka an der ETHZ zusammen. Auch wenn Ziegler als Erfinder kaum infrage kommt, spielte er eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Dianabol im olympischen Sport. 

Walter Aeschimann. Dopingdiskussionen am Beispiel von Dianabol (1959 - 1970). In. Traverse. 2016/1. S. 72 - 84. 

 

Coramin Erste Dopingdiskussionen vor 100 Jahren

Die ersten Doping­-Diskussionen führten Sportmediziner und Phy­siologen anhand von Analeptika wie Coramin, Cardiazol oder Pervitin. Zwar wurde schon früher über Möglichkeiten der künstlichen Leistungs­steigerung diskutiert, etwa an den Beispielen Alkohol, den Vitaminen oder ob mittels Aufenthalt in grossen Höhen und dem Einsatz einer künstlichen Höhensonne leistungssteigernde Effekte zu erzielen seien. Substantiell wurden die Diskussionen erst mit den erwähnten Pharmaka, weil Themen wie ärztliche Ethik, Gesundheit, Toxizität oder Differen­zierungen in Berufs­ und Volkssport vermehrt in die Argumentationen eindrangen. Zudem bot der wissenschaftliche Fortschritt nun ungeahnte neue Möglichkeiten, mit dem Körper zu experimentieren. 

Walter Aeschimann. Erste Dopingdiskussionen in der Schweiz an den Beispielen Coramin, Cardiazol und Pervitin (1925–1945). In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte. Vol. 67. 2017. Nr. 1. S. 59 - 78. 



 

WHISTLEBLOWING IM SPORT 

Zwischen Heldentum und Hochverrat

WhistleblowerInnen geben als dunkle Quellen geheimes Wissen preis. Sie verraten moralisch abscheuliche oder kriminelle Machenschaften, die in diskreten Soziotopen gedeihen, in abgeschotteten Systemen, in denen öffentliche Kontrollen fehlen und zivilrechtliche Gesetze kaum mehr greifen. In diesem konspirativen Klima decken sich die AkteurInnen gegenseitig, weil sie voneinander profitieren. WhistleblowerInnen gehören den geheimen Zirkeln vorerst an. Sie brechen aus, wenn sie das bigotte Umfeld nicht mehr ertragen. Ihre Absicht ist meist ehrenhaft. Dennoch bestraft die Zivilgesellschaft sie mit einem zweifelhaften Ruf. Sie sind HeldInnen und VerräterInnen zugleich. Indem sie Verbrechen offenlegen, denunzieren sie ein Milieu, das sie vorher protegierte.Von Berendonk über Stepanowa bis heute inszenierten sich manche als WhistleblowerInnen. Die wenigsten verdienen diesen Ruf. Die meisten sind sogenannte KronzeugInnen, in Wahrheit sind sie Heuchlerinnen, Opportunisten, meistens beides. Im Gegensatz zu den WhistleblowerInnen veräussern sie geheimes Wissen erst, wenn ihnen der Unrat bis zum Hals steht. Die Justiz hätschelt sie als nützliche InformantInnen der Anklage. Die Medien verramschen sie als Ware. Die KronzeugInnen selbst erkaufen bei den ErmittlerInnen die Absolution und winseln um Gnade bei den Fans.

WoZ Thema. Nr. 27. 5. Juli 2018. 



Banditendorf, Widerstandsnest, Freiluftgalerie: Orgosolo hat viele Identitäten erlebt. Nur keine als normales Dorf im Hochland von Sardinien

«Obwohl die Anschrift grandiose Üppigkeit verspricht, ist der Corso Repubblica nur eine gewöhnliche Durchgangsstrasse ohne eitle Prahlerei. Autos schleichen lärmend über grobe Pflastersteine. Menschen drücken sich zur Caffetteria entlang von abgenutzten Wänden, die vom Abgas schwarz geworden sind. Manchmal entwickelt sich ein kleiner Schwatz, so lange, bis das nächste Motorrad durch die Gasse kracht. Die Dorfbewohner sagen deshalb schlichter «strada principale». Aber der Corso Repubblica in Orgosolo ist eine der berühmtesten Strassen von Sardinien.» Von Walter Aeschimann. Das missverstandene sardische Dorf. Neue Zürcher Zeitung, 18.5.2018 mehr.             




(...) Alex Honnold, mit etwas grossen Ohren und breiten, braunen Augen, scheint momentan kein Wesen von dieser Welt zu sein. Er ist der Erste, der von den zahlreichen, ausgefransten Versionen der Randsportart Klettern aufgestiegen ist, um eine Art von Überheld und wirklich berühmt zu werden. (...)». Von Walter Aeschimann. Der Überheld. Neue Zürcher Zeitung. 20.10.2017. 


Alex Honnold, 2017

(...) Fast surreal mutet das Städtchen in dieser steppenartigen Landschaft heute an. Kein anderer Ort in Kappadokien ist touristisch derart gut erschlossen wie Göreme. Hassan, der Nachtportier in meiner Unterkunft, arbeitet seit zwei Jahren hier. Vor den blutigen Vorfällen im Juli 2016 sei es hier überfüllt gewesen. Danach sei eine Zeitlang gar nichts mehr gelaufen. Unterdessen, sagt er, seien sie wieder «busy» in Göreme. Aber bei weitem nicht wie früher. (...) Von Walter Aeschimann. Wer verirrt sich schon nach Kappadokien? Neue Zürcher Zeitung. 6.10.2107. 

 

 Göreme, Türkei, Oktober 2017